Mitgliederversammlung 2020 unter besonderen Vorzeichen

Dieses Mal lud die Christophorushilfe, der Förderverein für das Kinderzentrum Maulbronn (KIZE), zur Mitgliederversammlung nicht ins Kinderzentrum, sondern in die Turn- und Festhalle in Zaisersweiher ein, um die Aktivitäten des Geschäftsjahres 2019 vorzustellen.

In seinem Bericht zeigte der Erste Vorsitzende Karl Craiß, dass das vergangene Geschäftsjahr 2019 trotz der Herrausforderungen, die Covid-19 mit sich brachte, in geordneten Bahnen verlief. Er dankte allen Spendern für die von ihnen gewährte und dringend benötigte finanzielle Hilfe.

Die Klinik braucht den Förderverein, auch in Zukunft

Ein zentrales Tehma waren die aktuellen Berichte aus der Arbeit des Kinderzentrums und der geplante Umbau des 90 Jahre alten Klinikgebäudes. Dirk Berner, der kaufmännische Geschäftsführer der Klinik, berichtete von der steigenden Nachfrage nach Klinik- und Behandlungsplätzen. Auch deshalb sei der Umbau mit der Erneuerung der technischen Systeme erforderlich. „Von den rund 13 Millionen veranschlagten Kosten verschlingen die vorgeschriebenen Brandschutzmaßnahmen allein vier Millionen Euro“, führte Berner aus. „Ende 2019 standen 350 Kinder auf der Warteliste. Corona sorgte dann für einen Einbruch. Ab Oktober sind wir aber wieder voll belegt“, erklärte er. Durch einen Zuschuss von 40.000 Euro konnte die Christophorushilfe diese Ausfälle auffangen. Dazu kamen u.a. Hygienemaßnahmen, die Angesichts der Pandemie erforderlich sind, wie z.B. der Kauf von 7.000 Mund-Nasen-Masken. Berners Fazit viel deutlich aus: „Die Klinik braucht den Förderverein, auch in Zukunft.“

Kinderzentrum genießt Ansehen - interdisziplinärer Ansatz wirkt

Diese Meinung ist auch Professor Dr. Rainer Blank als ärztlicher Leiter: „Das KIZE hat in weiten Kreisen an Ansehen gewonnen“, stellte er fest. Diese liegt daran, dass interdisziplinär verschiedene Fachbereiche wie Medizin, Psychologie, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Motopädie, Pflege, Medizinisch-technischer Funktionsdienst (EEG und Labor), der Kindergarten und die Klinikschule, Sozialdienst und Seelsorge agil zusammenwirken, und den jungen Patienten und ihren Familien zu helfen. Um auf diese Weise wirken zu können, seien entsprechend ausgestattete Räumlichkeiten erforderlich, die zum einen den Patienten vom Kleinkind bis zum älteren Jugendlichen als auch der entsprechend notwendigen personellen Besetzung genügten. Ohne  den Umbau des sogenannten Altbaus, der als Bezirkskrankenhaus konzipiert worden war, seien diese spezialisierten Behandlungsziele kaum zu erreichen. Ziel ist es, dass im Altbau zehn neuartige Eltern-Kind-Einheiten sowie neue Diagnostik- und Therapieräume entstehen. Zudem benötige das KIZE dringend ein neues EDV-Klinikinformationssystem, das die interdisziplinären Behandlungen für alle Beteiligten transparent mache.

Geplanter Umbau soll noch 2020 starten

Da das KIZE kein staatliches oder kommunales Krankenhaus ist, besteht keine Finanzierug von dritter Seite. Träger und Eigentümer der Gebäude ist der Verein Kinderzentrum, der kaum über eigene bare Mittel verfügt, sondern überwiegend von den Leistungen des Fördervereins abhängig ist.
Sein Vorsitzender Andreas Felchle berichtete, dass der für noch in 2020 vermutlich startende Umbau ein Volumen von 13 Millionen Euro umfasst. Um diese Kosten zu stemmen, sind Zuschüsse vom Land Baden-Württemberg, dem Enzkreis, der Stadt Maulbronn und der Christophorushilfe nötig. Es stünden noch Bescheide für beantragte Fördergelder aus, erst dann entscheide sich, ob die Finanzierung gesichert sei, er sei jedoch zuversichtlich, so der Vorsitzende. Felchle erinnerte an die bis 2021 laufende Aktion der Stadt Maulbronn, „Wir Maulbronner fürs KIZE“, bei der die Kommune jeden gespendeten Betrag verdoppelt. Er plane, in der Adventszeit einen Appell starten, der nicht nur die Herzen, sondern auch die Geldbeutel öffne zu Gunsten des Kinderzentrums.

Vier Millionen müssen über Spenden aufgebracht werden

Karl Craiss zeigte beim Rückblick auf das Jahr auf, was an Unterstützung und Hilfe geleistet werden konnte: „Knapp vier Millionen der Umbaukosten müssen über Spenden aufgebracht werden, wir konnten aus Spendenaufkommen Rücklagen bilden“, rechnete Craiß vor. 2019 habe die Christophorushilfe Projekte im KIZE mit 612.160 Euro unterstützt, davon waren knapp 530.000 Euro für Bauinvestitionen und Planungskosten notwendig. Mit 250.000 Euro beteiligt sich der Förderverein am notwendigen neuen EDV-System der Klinik. Für die Restfinanzierung der Sanierung des Schwimmbades und der Klinikschule fehlen noch circa 250.000 Euro. „Mit unseren treuen Spendern haben wir schon so viele Projekte stemmen können, auch die aktuellen werden wir zusammen bewältigen“, schauen die Mitglieder des Fördervereins optimistisch auf die anstehenden Aufgaben. Und freuen sich über Menschen, die mithelfen, dass dies gelingt.